Die EU - Umzingelt von Feinden der Freiheit

Published: 22. February 2021
Category: Humanities
Author: Rezension von Werner Weidenfeld

Die Kombination auf dem Buchcover macht neugierig. Der Autor blickt die potenziellen Leser nachdenklich an, zugleich mit einem Hauch von Zuversicht. Und der Name ist berühmt.

Der Autor stammt aus einer Familie, die bereits in früheren Zeiten politisch sehr verdienstreich war. Der Autor hat ebenfalls eine beachtliche politische Karriere vorzuweisen. Aber was hat der FDP-Politiker mit Elefanten zu tun?

Alexander Graf Lambsdorff war etliche Jahre Mitglied des Europäischen Parlaments, von 2014 bis 2017 sogar dessen Vizepräsident. Jetzt gehört der Liberale dem Bundestag an und meldet sich vor allem zur Außenpolitik zu Wort. Aus diesem Erfahrungshorizont ist nun ein Buch entstanden, das sich offenbar um die Schlüsselfrage seines Lebens dreht: die Freiheit - und die "kalten Kriege des 21. Jahrhunderts".

Es geht los bei der Gefallenenrede des Perikles

Und gleich auf den ersten Seiten wird der große Rahmen abgesteckt: Da wird die griechische Antike zitiert, die Gefallenenrede des Perikles. Der Titel des Buches wird dann verständlich gemacht mit dem Hinweis auf ein afrikanisches Sprichwort: "Wenn Elefanten kämpfen, leidet das Gras." Aber dann stolpert man über einen Begriff, der nicht so recht zur freiheitlichen Geschichte passt: "endgültig". Was ist in einer freiheitlichen Ordnung wirklich "endgültig"?

 

Bei den vielen Verweisen in dem Buch auf andere bekannte Autoren als Erkenntnisweg hilft vor allem ein Bestsellerautor, der ihn bei aller Nachdenklichkeit zum Erbe der Freiheit nach Kalten Kriegen unterstützt: Francis Fukuyama hat in seinem Buch mit dem irreführenden Titel "Das Ende der Geschichte" auf ein großes Problem der freiheitlichen Ordnung des Westens hingewiesen.

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